Die „Kräuterhexe“  – eine Leidenschaft für die Kräfte der Natur

Die Kräuterhexe  – eine Leidenschaft für die Kräfte der Natur

Der Frühling, wenn die ersten zarten Triebe aus dem Boden sprießen und die Natur zu neuem Leben erwacht, ist für viele die schönste Zeit des Jahres. Für Margit Ehrenmüller aus Baumgarten in der Gemeinde Haibach im Mühlkreis ist diese Zeit wieder der Auftakt zu ihrer intensiven Hobbyarbeit mit Kräutern. Seit vielen Jahren widmet sie sich mit einer tiefen Verbundenheit mit der Natur dem Sammeln, Verarbeiten und Nutzen wild wachsender Pflanzen. Sie ist eine wahre „Kräuterhexe“ – ein moderner Begriff, doch mit einer alten Tradition verbunden.

Kräuter vor der Haustüre

Rund um das Wohnhaus findet sie die perfekten Bedingungen, um verschiedenste Kräuter in ihrem natürlichen Lebensraum zu sammeln – und was nicht in freier Natur wächst, wird im Bauerngarten angesetzt. Unterwegs auf ungedüngten Wiesen, am Waldrand und im Wald werden im Korb die ersten zarten Blätter, Blüten, Knospen gesammelt – das Wissen um die Eigenheiten und Besonderheiten der Pflanzen hat sie sich in einer zweijährigen Ausbildung über Wildkräuter und Arzneipflanzen, in Spezialkursen, aus Fachbüchern und aus viel Erfahrungsaustausch mit KräuterkollegInnen angeeignet.

Aufwändige Verarbeitung

Zu Hause werden die gesammelten Pflanzen zu Tinkturen, Salben und Oxymelen verarbeitet oder für Teemischungen getrocknet. Je nach Pflanze können ihrer Wirkstoffe durch mehr oder weniger starken Alkohol, durch hochwertige Öle oder durch Essig und Honig extrahiert werden – die Verarbeitung der Pflanzen erfordert viel Geduld und Aufmerksamkeit, was jedoch reichlich belohnt wird. Die Heilmittel, die daraus entstehen, kommen in der Familie und im Freundeskreis zum Einsatz. Die Kinder schwören auf Omas Gänseblümchensalbe bei allen kleinen Verletzungen, die Erwachsenen auf das Bitterelixier nach einem zu üppigen Essen und alle lieben den Tee aus Königskerzenblüten, der den hartnäckigen Husten wieder lösen kann und noch dazu so gut schmeckt! Auch ein Lippenbalsam, ein Duschbad oder ein Haarshampoo aus Kräuterextrakten ohne künstliche Inhaltsstoffe finden immer wieder begeisterte Abnehmer.

Doch der Schwerpunkt bei der Verwendung der Kräuter und Wildpflanzen wird bei Margit nicht auf die Heilung, sondern auf die Erhaltung der Gesundheit gelegt – Vorsorge ist besser als Heilen! Und das geht am besten durch eine gesunde Ernährung, in der viele frische Wildpflanzen eingebaut sind. Gerade im Frühling sind die ersten Pflanzen voller Vitamine und Mineralstoffe, die dem Körper im Winter gefehlt haben. Und Bärlauch, Löwenzahn, Giersch, Schafgarbe und Gänseblümchen liefern neben diesen Inhaltsstoffen auch tolle Überraschungen für Gaumen und Auge beim Essen!

Über’s Jahr gibt es immer wieder Gelegenheiten, die Pflanzen für den späteren Gebrauch zu konservieren – angefangen von Kräuterpestos und Kräutersalzen bis zu köstlichen Marmeladen, Kräuteressigen und Säften, die dann im Winter in der Küche und als kleine Geschenke sehr willkommen sind.

Kräuterwissen weitergeben

Ihr Wissen und ihre Erfahrungen gibt Margit gerne weiter – Kochworkshops über das Verarbeiten der Wildkräuter mit anschließendem Essen, Workshops für das Herstellen von Naturkosmetik ohne Chemie oder für das Herstellen von Heilsalben liefern nicht nur die Anleitungen, sondern auch viel Hintergrundwissen über die verwendeten Pflanzen und ihre Wirkungen und Kräfte. Besonders gerne arbeitet Margit mit Kindern – sie sind so offen, neugierig und begeisterungsfähig. Egal ob Schulklasse in Wien oder Ferienspaßtage in Haibach – die Kräuter werden schon beim Sammeln auf der Wiese benannt und verkostet, dann gemeinsam zu Kräutertopfen und Kräuterbutter verarbeitet und mit selbstgebackenem Kräuterbrot verspeist – und allen schmeckt’s! Und sehr oft kommt dann die Aussage: „das muss ich meiner Mama sagen“ – so wird das Wissen weitergetragen in die Familie.

In einer Welt, die immer schneller und technokratischer wird, ruft Margit alle Interessierten auf, wieder einmal innezuhalten und die Schätze, die uns die Natur ganz gratis zur Verfügung stellt, neu zu entdecken und zu nutzen. Mit Leidenschaft, Wissen und Fingerspitzengefühl zeigt sie, wie man die Kraft der Natur nutzen kann – zum Erhalt der Gesundheit, zur Heilung, zur Pflege, zum Genuss.

Der Frühling markiert für Margit jedes Jahr auf‘s Neue den Anfang einer wundervollen Reise hinaus in die Natur, begleitet vom Duft der ersten Kräuter und der Vorfreude auf viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse. Für sie ist das Sammeln und Verarbeiten von Kräutern mehr als ein Handwerk: eine enge Verbindung zur Erde und ihren Kräften und eine Lebensweise, die die Achtsamkeit, den Respekt und die Liebe zur Natur.

Tipp von der Kräuterhexe: Mit einem Korb raus in die Natur – der Frühling wartet mit seinen grünen Schätzen!

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