Franz Panwinkler, ein gebürtiger Haibacher feierte kürzlich seinen 85iger. Er wohnt seit Jahrzehnten in Reichenau. Trotz seines Alters ist er fit wie ein Turnschuh, und das lag nicht nur an einer gesunden Ernährung, sondern vor allem an seiner Liebe zur Bewegung. Schon als kleiner Bub musste Franz jeden Tag zu Fuß zur Schule gehen, egal ob der Wind kalt blies oder die Sonne schien. Die langen Wege prägten seine Kindheit und legten den Grundstock für seine sportliche Begeisterung. Zeit seines Berufsleben nahm er sich immer wieder Zeit Sport mit dem Fahrrad, mit den Schiern oder zu Fuß zu betreiben.
Aktive Pension
Nachdem Franz 2000 in Pension gegangen war, entschied er sich etwas Außergewöhnliches zu unternehmen. Er wollte alle Gemeinden in Oberösterreich mit dem Fahrrad besuchen. Es waren dann viele Tage voller Abenteuer und Entdeckungen. Die Natur war sein treuer Begleiter, und jeder Hügel, den er erklomm, brachte ihn seinen Zielen näher. Im Jahr 2003 konnte Franz stolz verkünden, dass er seine Herausforderung abgeschlossen hatte. In 62 Tagen hatte er beeindruckende 6.500 Kilometer zurückgelegt und 65.000 Höhenmeter erklommen. Diese Zahlen bedeuteten für ihn nicht nur einen persönlichen Erfolg, sondern auch, dass er ein Stück von Oberösterreich in seinem Herzen trug. Ein kleiner Empfang durch Bgm. Rechberger aus Reichenau und Bgm. Reingruber aus Haibach war ihm sicher. Die verschiedenen Landschaften, die kleinen Dörfer und die herzlichen Begegnungen mit Menschen und Bürgermeistern, die er vor allem auf den Gemeindeämtern traf, machten diese Zeit unvergesslich.


Weitere große Vorhaben
Doch das war erst der Anfang. Franz war ein Mann voller Tatendrang und ließ sich auch durch eine Hüftoperation im Jahr 2008 nicht abschrecken. Im Jahr 2017, im zarten Alter von 76 Jahren, nahm er den Via Claudia Augusta Radweg von Donauwörth nach Venedig unter die Räder. Diese Route erstreckte sich über 800 Kilometer, und wieder einmal stellte Franz unter Beweis, dass er ein Kämpfer war. Die Landschaft war atemberaubend, und seine Begeisterung spürte man in jedem Tritt. Mit frischem Wind im Gesicht und einem breiten Lächeln auf den Lippen radelte er durch die Täler und Berge bis nach Venedig wo ihn seine Lebenspartnerin wieder abholte.
Fit im hohen Alter
Bis zu seinem 80. Lebensjahr fuhr Franz ohne elektrische Unterstützung. Sein Fahrrad war für ihn wie ein treuer Freund, und er genoss es, seine Muskeln zu fordern und sich selbst an seine Grenzen zu bringen. Doch mit der Zeit merkte er, dass eine kleine Hilfe nicht schaden könnte, und so rüstete er sein geliebtes Rad mit einem 250W-Antrieb auf. Diese Entscheidung gab ihm neue Freiheit und erlaubte es ihm, längere Strecken ohne große Anstrengung zurückzulegen, ohne jedoch den Spaß am Radfahren zu verlieren.
Jedes Jahr kommt Franz auf bemerkenswerte 3.000 bis 4.000 Kilometer – allein! Und das nicht genug: Er war auch leidenschaftlicher Skifahrer und besucht noch vor wenigen Jahren regelmäßig die Ski-Pisten seiner Heimat wo er noch 20 Mal pro Saison seine Schwünge zog. Wöchentlich trifft er sich mit Freunden zu einer Runde Tischtennis. Diese 90 Minuten sind für ihn mehr als nur Sport; sie sind ein geselliges Treffen und eine Möglichkeit, seine Beweglichkeit zu schulen. So bleibt er nicht nur körperlich fit, sondern auch geistig rege und tatkräftig.
Alte Fahrräder als Hobby

Ein weiteres Hobby, das Franz entdeckte, ist das Reparieren von alten Fahrrädern. Er hat ein Auge für Details und die Leidenschaft, Dinge wieder zum Leben zu erwecken. Sein handwerkliches Geschick ist in seiner Nachbarschaft bekannt, und immer wieder wird er um Rat gefragt.
Auch an der „Radlpirsch“, die im Rahmen der Gamsjägertage in Bad Goisern immer wieder stattfindet, konnte er das eine oder andere mal bereits teilnehmen. Dort treffen sich etwa 150 Gleichgesinnte aus halb Europa, um ihre Liebe zu den klassischen Fahrrädern zu feiern.


Franz weiß, dass das Geheimnis seiner Vitalität in der Leidenschaft für Bewegung, der Freude an der Natur und in den Beziehungen zu den Menschen liegt, die er auf seinem Lebensweg trifft. Sein Herz ist gefüllt mit unbezahlbaren Erinnerungen und Praktiken, die weit über den aktiven Lebensstil hinausgehen. Er lebt in der Überzeugung, dass das Leben eine Reihe von Abenteuern ist, und jedes neue Jahrzehnt in seinem Leben ist nur eine weitere Etappe, die es zu erkunden gilt
In seinen 85 Jahren hat Franz nicht nur einen beeindruckenden körperlichen Zustand bewahrt, sondern auch eine Haltung des Staunens und der Neugierde gegenüber der Welt. Manchmal sieht er zurück und denkt an die kleinen Schritte, die er einst machen musste, und wie sie ihn zu den großen Abenteuern geführt hatten, die er heute lebt. Er ist der lebende Beweis dafür, dass es nie zu spät ist, neue Ziele zu setzen und die Welt zu erkunden – mit einem Lächeln im Gesicht und der Kraft eines Turnschuhs.

